Digitales Geld – Kryptowährungen lösen neuen Goldrausch aus

Es herrscht Goldgräberstimmung: Das Internet-Geld Bitcoin hat seinen Wert in diesem Jahr verdoppelt. Jetzt tauchen immer neue Konkurrenten auf. Wer mitverdienen will, hat zwei Möglichkeiten. (welt.de – Holger Zschäpitz, Daniel Eckert)

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Thorsten Polleit fühlt sich wie im Paradies. Der akkurat gescheitelte Chefvolkswirt des Edelmetallhändlers Degussa Goldhandel gehört zu den größten Kritikern von Euro, Dollar & Co. Nicht ohne Geringschätzung nennt er diese Währungen gern auch primitives Zwangsstaatmonopolgeld. Durch das Internet und die Digitalisierung taucht unverhofft ein neues Zahlungsmittel auf: Bitcoin.

Und die Kryptowährung steht nicht allein. Dutzende digitaler Münzen buhlen inzwischen um die Gunst der Nutzer. Sie tragen so exotische Namen wie Ethereum, Litecoin, Zcash oder Monero. Und plötzlich wird Polleit Zeuge genau dessen, was er in seinen Büchern, Vorträgen und Kolumnen immer predigt: Lasst privaten Wettbewerb um das beste Geld zu.

„Was wir jetzt sehen, ist ein Wetteifern um die Geldfunktion. Verschiedene Krypto-Einheiten stehen in Konkurrenz zueinander, und die Nachfrager haben die Möglichkeit, frei zu wählen“, schwärmt Polleit. Früher oder später würden sich einige wenige, vielleicht auch nur eine einzige Einheit als dominant herausbilden.

Das ist dann die marktgängigste Kryptoeinheit, die am weitesten verbreitete, die, die sich am leichtesten in andere Güter tauschen lässt. „Das Gut Geld maximiert gewissermaßen seinen Nutzen, wenn es möglichst überall und jederzeit als Tauschmittel dient“, sagt Polleit.

Probe aufs Exempel

Was derzeit passiert, ist für den Libertären Polleit so etwas wie die Probe aufs Exempel, ein Labor seiner Theorien. Marktgeld macht dem Staatsgeld seinen Rang streitig. Zentralbank und Bankensystem sind nicht erforderlich, damit Menschen bezahlen, ihre Ersparnisse aufbewahren und Preise vergleichen können.

Bitcoin, Ethereum, Litecoin kommen scheinbar aus dem Nichts und entwickeln sich ähnlich wie Internet-Firmen binnen kürzester Zeit vom Start-up zum Global Player.

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Vorbei sind die Zeiten, da Bitcoin und seine Brüder als der „Segway der Finanzwelt“ belächelt wurden: hip, aber letztlich überflüssig. Wer bei Kryptowährungen auf das richtige Pferd setzt, kann märchenhafte Gewinne machen. Einige der Münzen aus dem Netz vervielfachen ihren Kurs binnen weniger Monate.

In dieser Woche hat der Wert aller Kryptodevisen eine historische Marke geknackt: Zusammengenommen sind die Coins jetzt 100 Milliarden Dollar wert. Manche sehen in den digitalen Währungen die nächste Internet-Revolution. Sie sprechen von Goldgräberstimmung.

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Andere erkennen in den hyperbolischen Preiszuwächsen den Beweis, dass es sich um eine Manie handelt. Um eine Spekulationsblase und nichts weiter. Noch sei gar nicht ausgemacht, ob sich die Zahlungssysteme durchsetzen und ob sie langfristig einen Nutzen haben.

Neue Ära der Geldgeschichte

Es tobt ein Wettbewerb zwischen Spekulanten, Programmierern und der breiten Internet-Gemeinde. Ausgang offen. Eine spannende Zeit ist es allemal. Wenn Polleit recht hat, hat eine neue Ära der Geldgeschichte begonnen. Für die Fans von Bitcoin, Litecoin, Ethereum & Co. bedeutet dies große Chancen, aber auch Risiken.

Der faire Wert der Kryptowährungen lässt sich schwer ermitteln. Anders als bei klassischen Devisen lassen sich keine makroökonomischen Fundamentaldaten wie Produktivitäts-, Wachstums- oder Zinsunterschiede zwischen einzelnen Währungsräumen heranziehen, die eine Einschätzung erlauben, ob der Bitcoin bei 20 Dollar, bei 2000 Dollar oder 20.000 Dollar fair bewertet ist.

Den wohl einzigen Ansatz, das Potenzial des Internet-Geldes einzuschätzen, bieten seine technischen Möglichkeiten. Wie schnell gehen Transfers über die Bühne, wie sicher ist die Technologie, wie anonym kann eine Transaktion sein, wie leicht lässt sich das Geld schöpfen und wie gut von Programmierern für spezielle Zwecke bearbeiten?

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Nutzer stellen die Coins selber her

Alle digitalen Währungen basieren zwar auf der sogenannten Blockchain-Technologie, einer Art digitalem Kassenbuch, und die Münzen werden ohne eine dazwischen geschaltete Bank direkt übertragen, wie ein realer Geldschein von einer Person zur anderen. Erforderlich ist dafür lediglich eine Wallet, das ist eine App, die jeder auf sein Smartphone oder seinen Rechner herunterladen kann.

Um an die Münzen zu gelangen, gibt es zwei Varianten: Der Nutzer kann sich mit anderen zu einem Pool zusammenschließen und die Coins durch Rechenoperationen auf seinem Computer selber herstellen. Kenner nennen das „Mining“ oder zu Deutsch Schürfen. Dafür ist eine spezielle Hardware erforderlich, zudem verbraucht das Schürfen viel Strom. Wer sich die Mühe nicht machen möchte, kauft die digitalen Münzen gegen Euro an einer der Börsen und überträgt sie dann auf seine Wallet.

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Das Fehlen einer übergeordneten Finanzinstitution bei den Coins bedeutet beschleunige und verbilligte Prozesse über die Ländergrenzen hinweg. Kryptowährungen sind ein echtes Kind des World Wide Web. Dafür existiert jedoch auch keine Aufsicht und keine Einlagensicherung, die über die Einhaltung der Regeln wacht.

Monero verspricht absolute Unsichtbarkeit

Indessen bieten die Währungen ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Bei Ethereum lassen sich in die Transaktion digitale Verträge hinein programmieren, Litecoin wiederum ist eine abgespeckte Variante von Bitcoin, die weniger Rechenkapazität und damit weniger Strom verbraucht. Außerdem ist die Zahl der digitalen Münzen höher.

Zcash wiederum ist anders als Bitcoin oder Ethereum als eine Firma ins Leben gerufen worden. Wer diese Internet-Währung als Abwicklung für seine Geschäftstransaktionen benutzt, unterstützt letztlich diese Firma. Die Währung bietet keine hundertprozentige Anonymität. Absolute Unsichtbarkeit hingegen verspricht Monero. Hier laufen die Transaktionen noch anonymer ab als bei Bitcoin.

Quellen: Welt.de – von Holger Zschäpitz, Daniel Eckert – Beiträge /  https://platincoinsite.blog

 

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